Rochade – Juni 1980

Fritz Klinke zum Gedenken

Vor wenigen Tagen haben wir Fritz Klinke, den amtierenden Vorsitzenden des SC Hämelerwald, zusammen mit einer außergewöhnlich großen Trauergemeinde zu Grabe getragen.
Bereits Monate vor diesem beklagenswerten Ereignis wurde unser allseits beliebter Schachfreund von einer schweren und unheilbaren Krankheit erfaßt. Weder ärztliche Kunst noch der fraglos vorhandene Wille, gegen das unvermeidliche anzugehen, vermochten den im besten Mannesalter befindlichen oftmaligen Vereinsmeister des SC Hämelerwald zu retten.

Wir werden uns immer des unbestritten besten Schachspielers aus Hämelerwald gern erinnern. Unermüdlich führte er seinen Verein zur Leistungssteigerung, so daß es schließlich gelang, in die Bezirksliga aufzusteigen.
Dies war der Lohn jahrelanger, mühevoller Kleinarbeit nachdem richtig erkannt worden war, daß dem Schachring keine Zukunft beschieden sein konnte und nur die Rückkehr in den Niedersächsischen Schachverband Erfolg verhieß. Der gesamte Verein gewann durch die Harmonie, mit der die Schachfreunde miteinander umgingen. Der Einfluß des viel zu früh Verstorbenen auf den Zusammenhalt aller war unverkennbar.

Es darf an dieser Stelle nicht verschwiegen werden, daß Fritz Klinke weitere Verdienste erworben hatte. Im Schützenverein war er aktiv in die Vorstandsarbeit eingebunden. Es gelang ihm sogar einmal, sich für die Deutsche Meisterschaft zu qualifizieren.
Auch für die Gemeinde Hämelerwald tat er sein bestes im Gemeinderat. Nachdem Hämelerwald durch die Gebietsreform der Stadt Lehrte zugeordnet wurde, wirkte er hier als Ratsherr.

Alles in allem war unverkennbar, daß Fritz Klinke immer dann, wenn er für eine Sache Feuer gefangen hatte und sich mit ihr auseinandersetzte binnen kurzem zu den leistungsstärksten Mitgliedern zählte. Wer meint, daß die unbestreitbaren Erfolge, die sich Fritz Klinke erwarb, ihn unnahbar gemacht hätten, muß sich eines besseren belehren lassen. Er war ein ausgesprochen kontaktfreudiger Mensch und suchte den Ausgleich.
Jeder, der ihm begegnete, war von seiner Persönlichkeit und seinem aufrechten Wesen angetan. Seine Grundhaltung war liebenswert und freundlich. Er liebte das Leben und war ein humorvoller Plauderer. Bis zu seinen letzten Lebenstagen war er voll Hoffnung, obwohl auch ihm klar sein mußte, wie es wirklich um ihn stand. Fritz Klinke hat seinen irdischen Lauf vollendet. Er hinterläßt in seiner Familie, aber auch bei den Schachfreunden im Hämelerwald eine Lücke, die gegenwärtig kaum zu schließen ist.

Wir haben in Fritz Klinke nicht nur einen Schachfreund, sondern einen aufrechten Menschen verloren. Wir schämen uns unserer Betroffenheit nicht. Friede sei mit ihm!